DIKA e.V. unterstützt:
Roma-Hass und »Judenfrage« – Ungarn, ein antisemitisches Land?
Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Magdalena Marsovszky

19.10.10 | 19:30 Uhr | Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstr. 28, 10178 Berlin)

„Das Monster vor unserer Tür droht die Inneneinrichtung der ungarischen Demokratie zu zertrümmern“, warnte im Frühjahr 2010 der ungarische Premier Gordon Bajnai und er sollte Recht behalten. Nicht nur in vielen Ländern Westeuropas, auch in den ehemaligen sozialistischen Staaten Zentral- und Osteuropas etablieren sich rechte und rechtspopulistische Parteien zusehends als politische Akteure. Einen drastischen Rechts-Ruck bescheinigen Beobachterinnen und Beobachter Ungarn nach der Wahl im April 2010, in der die rechtskonservative Bürgerunion Fidesz und ihr Vorsitzender Viktor Orbán mit ca. 53 Prozent die absolute Mehrheit der abgegeben Stimmen auf sich vereinen konnten. Besonders Besorgnis erregend: ca. 17 Prozent der ungarischen Bevölkerung stimmten für die sich offen rechtsextrem bekennende „Bewegung für ein besseres Ungarn“ (Jobbik). Ideologische Rückendeckung finden diese völkischen und demokratiefeindlichen Bewegungen in einer Gesellschaft in der Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus weit verbreitet und populär sind. Die ungarische Nation, so scheint es, ist durch die Wahlen zu einer geschlossenen Gesellschaft geworden zu sein, die sich nun auch offiziell als eine ethnisch-völkisch-homogene Gemeinschaft definiert. Auf ein Feindbild angewiesen, geht diese offizielle Politik der chauvinistischen Parolen einher mit Terror rechtsradikaler und faschistischer Gruppen, wie der „Ungarischen Garde“ (Magyar Gárda), der bereits mindestens acht Menschen das Leben gekostet hat. Die wohl am stärksten gefährdete Gruppen, gegen die sich jene Politik des Hasses richtet sind Roma, als auch Homosexuelle, Jüdinnen und Juden, sowie die linkspolitische Opposition.

Diese aktuellen Entwicklungen, ihre Hintergründe und die Frage nach möglichen Gegenstrategien sind für uns Grund in Kooperation mit dem a.l.i.a.s. – antifascist literature information and stuff Dresden und der Leipziger Antifagruppe (LeA) die ausgewiesene Ungarn-Kennerin Magdalena Marsovszky zu einer Vortrags- und Diskussionsreihe einzuladen.

Magdalena Marsovszky lebt in Budapest und München, arbeitet als freie Kulturwissenschaftlerin, ist im Vorstand des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V. und analysiert völkische Phänomene innerhalb der ungarischen Gesellschaft.

Flyer:

 

DIKA e.V. unterstützt Israelreise des BAK Shalom

Vom 15. – 25. August waren 15 Jugendliche aus ganz Deutschland eingeladen mit dem BAK Shalom, einem Arbeitskreis der linksjugend ['solid] Israel politisch und kulturell zu erleben. Die Reise, bei dem die politische Zugehörigkeit keine Rollte spielte und an der auch mehre Mitglieder von DIKA e.V. teilnahmen, war darauf angelegt möglichst viele Sichtweisen und Statements zur Alltäglichen israelischen Politik, auch neben dem über alles schwelenden Nahostkonflikt einzuholen und sich ein eigenständiges Bild vom politischen und kulturellen Alltag in Israel zu machen. Das Ganze geschah in einem Austausch mit der Jugendorganisation der Meretz Partei.

Auf dem Programm standen unteranderem Treffen mit der Bürgerrechtsaktivistin und ehemaligen Jerusalemer Stadträtin Anat Hoffman, die zuletzt wegen ihres Protestes für die Rechte der Frauen an der Klagemauer in Jerusalem weltweit für Aufsehen sorgte (1) dem Geschäftsführer des Netzer Youth Movement, die Jugendorganisation der World Union for Progressive Judaism, dessen Zentrum es ebenfalls zu besuchen galt. Sowie Besuchen der Büros der Rosa Luxemburg Stiftung in Tel Aviv und Ramallah. Daneben hatten die Jugendlichen die Möglichkeit durch ein Treffen im Außenministerium Israels den zuständigen stellvertretenden Direktor für den Nahostkonflikt mit ihren Fragen zu konfrontieren. Weitere Stopps waren Read the rest of this entry »

(03.-05.12.2010)

Das IsraelSoliCamp wird vom 3. bis 5. Dezember soll in Hüll (bei Hamburg) als Workshop- und Vernetzungs-Event mit BarCamp-Charakter (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp) statt finden. Wie bei anderen BarCamps (auch „Un-Konferenzen“ genannt), ist dabei jede_r aktive_r Teilnehmer_in und nicht bloß passive_r Zuhörer_in. Die Workshops, Vorträge, Sessions und sonstigen Inhalte des IsraelSoliCamps werden nicht vorgegeben, sondern können und sollen von allen Teilnehmenden eingebracht werden.

Zweck der Veranstaltung ist zum einen ein inhaltlicher Austausch über Themen rund um Israel, den Nahostkonflikt sowie über die Bekämpfung von Antisemitismus/Antizionismus. Zum anderen soll das IsraelSoliCamp zur Vernetzung von israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen (z.B. Blogger_innen, Journalist_innen) beitragen. Das IsraelSoliCamp ist dabei gruppen- und konfessionsübergreifend konzipiert und parteiunabhängig.

Unter http://israelsolicamp.mixxt.org/ können sich Interessierte über das IsraelSoliCamp informieren, sich an der Vorbereitung und inhaltlichen Planung beteiligen und vorab austauschen.

An der Organisation sind bisher Read the rest of this entry »

Selbstdarstellung

Posted: April 26, 2010 in Selbstdarstellung

DIKA e.V. ist ein Verein, der Menschen in Deutschland und Israel stärker miteinander verbinden will. Wir wollen hierfür Austausche und Bildungsangebote schaffen und vorhandene unterstützen, die Einblicke in die unterschiedlichen Kulturen gewähren und politische Hintergründe erklären. Faktoren wie Religion, Geschichte, Familienbiografien, der Nahost-Konflikt und der persönliche und gesellschaftliche Bezug zur Shoa spielen hierbei sowohl in Deutschland als auch in Israel eine besondere Rolle. Dabei beeinflussen sie den Alltag und die Kultur auf beiden Seiten und wirken dennoch unterschiedlich.
Vor dem Hintergrund antizionistischer Vorfälle in Deutschland – hinter denen oftmals antisemitische Motivationen stecken – halten wir es für unabdingbar, auch diesem Phänomen Beachtung zu schenken. Bildungsarbeit, sowohl Jugend- als auch Erwachsenenbildung, muss zum Ziel haben, ein faires und differenziertes Israelbild zu schaffen. Wir wollen die Zukunft gemeinsam zwischen deutschen und israelischen Partnern gestalten ohne dabei die schrecklichen Folgen des Nationalsozialismus und der Shoa zu vergessen.

Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“
Dietrich Bonhoeffer

Marl im November 2009

Anne Vester                           Max Malkus
(Vorsitzende)                        (Vorsitzender)