Antiziganismus ist ein verbreitetes Ressentiment gegenüber Sinti und Roma. In ganz Europa werden diese als „Zigeuner” diffarmiert. In Osteuropa ist seit Jahren eine Zuspitzung der Lage gegen Sinti und Roma zu beobachten. Trotzdem handelt es sich um ein gesamteuropäisches Problem, wie die jüngste antiziganistische Stimmungsmache des deutschen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich zeigt. Er bedient sich verbreiteter Ressentiments, um die vermehrte Einreise von flüchtenden Sinti und Roma aus Serbien und Mazedonien zu diskreditieren.

In diesem Jahr hat sich der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend [‘solid] näher mit dem Antiziganismus beschäftigt, weil die Phänomene Antiziganismus und Antisemitismus trotz ihrer Unterschiede gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Dies zeigten die Eindrücke der vom BAK Shalom organisierten Bildungsreise nach Ungarn im Herbst diesen Jahres: Antiziganismus und Antisemitismus bilden eine Einheit, um die „Konservative Revolution” Viktor Orbans zu legitimieren.

Welche Bedeutung hat der Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften? Wie viel Antisemitismus steckt im Antiziganismus? Welche Ansätze gibt es, um diesen Ideologien entgegen zu treten?

Diese Fragen diskutieren:
– Anna Striethorst (Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel)
– Max Wegener (Linksjugend Leipzig, Teilnehmer der Ungarn-Reise des BAK Shalom)

Moderation:
– Benjamin Krüger (BAK Shalom)

Date
HSG Universität Leipzig, Hörsaal 10
29. November 2012, 19 Uhr

Download Flyer

Die Veranstaltung wird organisiert vom Bundesarbeitskreis Shalom der Linksjugend Solid und durch DIKA e.V., der Linksjugend Leipzig, dem linXXnet und dem StudentInnenrat der Universität Leipzig unterstützt.

Advertisements

Am letzten Novemberwochenende (30.11.-2.12.2012) findet zum dritten Mal des IsraelSoliCamp (ISC) statt. Das ISC bietet einen Raum, in dem sich israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen treffen, kennen lernen und sich inhaltlich über Israel, den Nahost-Konflikt und die Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus austauschen können. Ziel des Camps ist es neben der gegenseitigen Weiterbildung, neue Wege israelsolidarischer Arbeit zu entwickeln und Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.

Der BarCamp-Charakter der Veranstaltung (vgl. http://de.wikipedia.org/wi​ki/BarCamp) fordert allen Teilnehmer_innen dazu auf, sich aktiv an der strukturellen und inhaltlichen Gestaltung des ISC zu beteiligen. Workshops, Sessions und sonstige Inhalte werden nicht von den Veranstalter_innen vorgegeben, sondern gemeinschaftlich entwickelt. Hierzu dienen zum einen die Onlineplattform (http://israelsolicamp.mixx​t.org/), wo bereits im Vorfeld Themen diskutiert werden können, und zum anderen Plena vor Ort, in denen sich über die Tagesprogramme verständigt wird. Das ermöglicht allen Teilnehmer_innen, Themen einzubringen und zu vertiefen oder Fragen zu diskutieren – und dies (auch) spontan.

Die Teilnahme an den jeweiligen Angeboten, die auch parallel stattfinden können, ist optional. Das ISC bietet zudem Gelegenheit, informelle Gespräche zu führen, ob während einzelner Sessions, bei Kaffee und Kuchen, bei einem Wein vor dem Kamin oder abends in der Sauna.

Einige Diskussionsergebnisse vom Vorjahr können im Sammelblog des IsraelSoliCamp 2010 und 2011 gefunden werden.

Teilnahmebeitrag: 45,- € (35,- € ermäßigt; 55,- € freiwilliger Soli-Beitrag) inkl. Unterkunft und Vollverpflegung

Verbindliche Anmeldung:
http://www.abc-huell.de/israelsolicamp-30-11-2-12-2012/

Die nächste Mitgliederversammlung findet am Samstag den 3. November 2012 um 18 Uhr in Sontra, AFF Feriendorf, Jahnstraße 31, 36205 Sontra, statt.

Eine Einladung sollte allen Mitgliedern in der vergangenen Woche zugegangen sein.

Für weitere Fragen dika.culture@gmail.com

In eigener Sache

Posted: October 20, 2012 in Uncategorized

Wir möchten alle Mitglieder die keine Mails erhalten bitten  ihre aktuelle Emailadresse mitzuteilen.

Mail bitte an dika [dot] culture [åt] gmail [dot] com

Vortrag am 13. Juli in Berlin: Ist djihadistisch das neue schwul?

Erkenntnisse und Aporien der Queer Theory am Beispiel des Begriffes ‘Homonationalismus’
Vortrag & Diskussion mit Floris Biskamp

Auch dieses Jahr wurden im Vorfeld des Berliner CSD wieder Diskussionen laut, ob sich der LGBT-Mainstream eines “Homonationalismus” schuldig macht und sich insbesondere dem Islam und Muslimen gegenüber rassistisch verhält. Um einschätzen zu können, ob und inwieweit solche Vorwürfe zutreffen oder ob es sich um bloße Polemik handelt, ist es entscheidend, ihren theoretischen Hintergrund zu verstehen.

Diesen bilden insbesondere die Texte von Judith Butler und Jasbir Puar, deren Beitrag zur Queer Theory im Vortrag diskutiert werden soll. Den beiden Autorinnen nach haben Homosexuelle in Zeiten des „War on Terror“ als Feindbilder ausgedient; die Rolle des als krankhaft, pervers und unproduktiv ausgeschlossenen Anderen werde heute von Muslimen oder genauer von dschihadistischen Selbstmordattentäter_innen erfüllt. Puar und Butler zufolge machen sich westliche LGBT-Organisationen an dieser neuen Feindbildbestimmung mitschuldig und integrieren sich so „homonationalistisch“ in den „islamophoben“ Mainstream. Dies sei insbesondere der Fall, wenn der Krieg in Afghanistan oder die israelische Politik gegenüber den Palästinenser_innen mit Verweis auf LGBT-Rechte legitimiert, also „pinkgewaschen“ werde.

Floris Biskamp zeigt, wie die Vertreter_innen dieses Ansatzes zwar reale rassistische Tendenzen thematisieren, ihre Kritik letztlich aber ins Bodenlose geht und zur Parteinahme für reaktionäre politische Bewegungen führt. So bezichtigen Butler und Puar westliche LGBT-Organisationen, die Homophobie unter Muslimen kritisieren, pauschal des Rassismus, nehmen religiöse Fundamentalist_innen aber vor Kritik in Schutz.

Zur Person:
Floris Biskamp hat in Gießen und Boston Physik und Politikwissenschaft studiert. Aktuell verfolgt er ein Promotionsprojekt über Kritische Theorie, Postcolonial Studies und antiislamische Ressentiments in Deutschland. Er publiziert unter anderem in Jungle World und Phase 2.

Freitag, 13. Juli, 19 Uhr
Amadeu Antonio Stiftung, Linienstr. 139, 10115 Berlin

Die Veranstaltung wird organisiert vom Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend Solid und unterstützt von DIKA e.V.

Veranstaltungsflyer

Zum Weiterlesen: Homonationalismus & Pinkwashing?! Israelfeindschaft aus der Queer Theory (Flyer des BAK Shalom)

Das fertige Programm wird BarCamp-typisch erst während der Veranstaltung erstellt. Schon jetzt aber haben einzelne Vorschläge für Inputs eingereicht, die dieses Jahr gegeben werden:

 

*Gili Brenner (Stand With Us, UK)*
## The New Antisemitism
Perspectives on Nathan Sharansky’s 3 D’s approach: Delegitimisation, Demonisation and Double Standards and how they are manifested in the UK. This can include some (shocking) clips from UK campuses.This talk includes Gili Brenner’s own experiences as an Israeli (left winged, Tel-Aviv background) who served at the IDF spokesperson unit during the second Intifadah. She spent the past eight years in Europe witnessing how the anti-Israel campaign was gaining momentum and becoming monstrous.

*Sam Westrop (British Israel Coalition)*
## The Red-Green-Brown Network
Lecture on the unholy alliance of Islamist, far-Left and far-Right groups who collaborate on anti-Israel initiatives.

*Ina Dinslage (Hamburg für Israel)*
## Der Kampf um den Judenstaat – die revisionistische Bewegung in Deutschland!
Seit Beginn der zionistischen Bewegung wurde heftig darüber gestritten, was Zionismus sei und welche Ziele er verfolge. Am Beispiel der revisionistischen Bewegung in Deutschland soll ein Einblick in die Geschichte des Zionismus und seine unterschiedlichen ideologischen Strömungen gegeben werden.

*Sergei Tcherniak (The Jewish Agency for Israel)*
 ## Palästinensische Staatsgründung
Nach dem zweiten Weltkrieg bis heute entstanden viele neue unabhängige Staaten in der Welt. Dieser Vorgang ist heute noch nicht zu seinem Ende gekommen. Die jüngsten Beispiele für erfolgreiche Staatsgründungen sind Südsudan und Kosovo. Warum ist bis heute kein Palästinensischer Staat gegründet worden? Wie wird dieses Thema derzeit in Israel diskutiert?
*Jonathan Weckerle (Mideast Freedom Forum Berlin)*
## Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der “Partei Gottes” (Vortrag und Präsentation)
Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des
libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs gegründet. Sie ist der bislang einzig erfolgreiche “Export” der islamischen Republik Iran, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den Westen sie weltweit agiert. Die Hisbollah hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt, ob im Bereich des (Selbstmord-)Terrorismus oder der Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch haben die Umbrüche in der arabischen Welt auch die Hisbollah erschüttert, und die “Widerstandskämpfer” sind zunehmend selbst zu Gewaltherrschern im Bündnis mit der iranischen und syrischen Diktatur geworden.

*Henning Wötzel-Herber (ABC Bildungs- und Tagungszentrum)*
## Praktische Anwendung von Social Media zur politischen Vernetzung
Das Internet hat politische Vernetzung und Kollaboration so einfach wie nie zu vor gemacht. Doch viele Gruppen und Netzwerke nutzen diese Möglichkeiten lange nicht aus. Anhand verschiedener Tools (Etherpad, Blogs, Twitter, Delicious…) soll gezeigt werden, welche Potentiale sich jenseits von E-Mail und Facebook eröffnen.

*Martin (Hamburg für Israel)*
## Entwicklung und Verlauf der Verhandlungen um das iranische Nuklearprogramm
Wenn man eine Atombombe bauen möchte, dann benötigt man neben viel Geld, Technik und Wissen, vor allen Dingen die Fähigkeit seine Absicht geheim zu halten. Doch auch wenn Letzteres misslingt, gibt es keinen Grund gleich in die „Luft“ zu gehen. Fürs Erste hilft es zu leugnen und jedem, der einen hierauf hinweist sinistre Absichten zu unterstellen. Gleichzeitig sollte man nach Verbündeten suchen und bei den wenig kritischen Akteuren gute Miene zum bösen Spiel machen; Verlassen sollte man sich dabei auf die Uneinigkeit der Staatenwelt und die zurückhaltend-objektive Berichterstattung Internationaler Organisationen. So oder so ähnlich könnte man die iranische Strategie in den Verhandlungen um sein Atomprogramm bezeichnen. Für Alle, die es dann doch etwas genauer wissen möchten, wird Martin ein Referat halten, in dem der Verlauf der Verhandlungen um das iranische Nuklearprogramm resümiert werden soll.

Anmeldung unter: abc-huell.de/abc/israelsolicamp-2011-25-27-11-2011/

Auf facebook.com: facebook.com/event.php?eid=256881894330213

Einer gro­ßen Ver­un­si­che­rung in­ner­halb der ra­di­ka­len Lin­ken ist es ge­schul­det, dass ein Groß­teil der Po­si­tio­nie­run­gen, die sich mit dem Islam und der Kri­tik an sel­ben aus­ein­an­der­set­zen, sehr ge­wun­den for­mu­liert sind. Ein schein­ba­rer Wi­der­spruch wurde aus­ge­macht, der an­ti­fa­schis­ti­sche Pra­xis vor eine be­son­de­re Her­aus­for­de­rung stellt: So soll zwar das men­schen­ver­ach­ten­de Pro-​gramm des Is­la­mis­mus kri­ti­siert wer­den, zu­gleich wird aber das Ri­si­ko er­kannt, damit rechts­po-​pu­lis­ti­schen Kräf­ten, die gegen die „Is­la­mi­sie­rung Eu­ro­pas“ wet­tern, in die Hände zu spie­len.

Ob du wirklich richtig stehst...

Je tie­fer man in die Ma­te­rie ein­steigt, desto dif­fi­zi­ler er­scheint sie. Kann von „dem Islam“ über­haupt ge­spro­chen wer­den und sind die rech­ten Is­lam­kri­ti­ke­rIn­nen nicht doch or­di­nä­re Ras­sis­tIn­nen? Gibt es ein spe­zi­fi­sches Res­sen­ti­ment gegen den Islam und wenn ja, nennt man es bes­ser „Is­la­mo­pho­bie“ oder „an­ti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus“? Die Fra­gen be­schäf­ti­gen die Linke nicht nur, sie schei­nen sie gar zu ver­un­si­chern und zu über­for­dern. Der Vor­trag ent­wi­ckelt durch eine ideo­lo­gie­kri­ti­sche Be­trach­tung des The­men­kom­ple­xes eine ma­te­ria­lis­tisch fun­dier­te an­ti­fa­schis­ti­sche Po­si­ti­on, die so­dann mit den Teil­neh­me­rIn­nen dis­ku­tiert wer­den soll.

Vor­trag mit Ma­gnus Hen­ning – er hat Ge­schich­te an der Hum­boldt-​Uni­ver­si­tät zu Ber­lin stu-​diert und ist in der An­ti­fa­schis­ti­schen Hoch­schul­grup­pe der HU (HUm­mel An­ti­fa) aktiv. Zum Thema hat er in der Phase 2 ge­schrie­ben.

 

Eine Veranstaltung des LAK Shalom Brandenburg mit Unterstuezung von DIKA e.V.