Posts Tagged ‘Israel’

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Vortrag von Stephan Grigat
12.11.2013 im Komma Esslingen

Während die Studierenden Ende der 1960er-Jahre in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus nach einem kurzen Erschrecken über ihre Eltern meinten, es sei eine prima Idee, dem „Volke zu dienen“ und einige sich gleich von den palästinensischen Fedajin ausbilden ließen, ahnten die nach Frankfurt zurückgekehrten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schon früh, wohin dieser deutsche Aufbruch führen würde und setzten dagegen die Solidarität mit den prospektiven Opfern. Diese Solidarität führte zwar nicht dazu, die Bedeutung des Zionismus in vollem Ausmaß zu erfassen, aber sie implizierte ganz selbstverständlich die Solidarität mit Israel als Zufluchtsstätte für alle vom Antisemitismus Bedrohten.

Der Zionismus ist die unmittelbare Antwort sowohl auf den europäischen als auch auf den arabischen und islamischen Antisemitismus. Wie ist das zwangsläufig im Zionismus existierende Spannungsverhältnis zwischen Universalismus und aufgezwungenem Partikularismus zu fassen? In welchem Verhältnis stehen zionistische Emanzipation und eine kritische Theorie der Gesellschaft? Was meint der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, alles Handeln und Denken im Stande der Unfreiheit so einzurichten, dass Auschwitz oder Ähnliches sich nicht wiederhole, angesichts der Bedrohung durch das iranische Regime, sunnitische Islamisten und ihre europäischen Förderer? Und warum versetzen allein schon diese Fragestellungen und die Bezugnahme auf die Kritische Theorie deutsche Liberale dermaßen in Rage, dass sie all ihre Propagandakünste aufbieten, um gegen die „Wirren der Dialektik“ und „falsche Freunde Israels“ zu wettern.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

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Zweierlei Antiimperialismus?
Über Antikolonialismus und IsraelsolidaritätStephan Grigat in Bochum 2009, Rechte max malkus

Vortrag von Stephan Grigat
am 07.05.2013, 19.30 Uhr
Albert-Ludwigs-Universität, Hörsaal 1221, Freiburg im Breisgau

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es sinnvoll, zwischen unterschiedlichen antiimperialistischen und antikolonialistischen Bewegungen zu differenzieren. Man kann Ho Chi Min und Pol Pot, Fidel Castro und Idi Amin nicht in einen Topf schmeißen und es war kein Zufall, dass in Afghanistan jener Antiimperialismus, der sich auf den Roten Oktober bezog, in einen blutigen Konflikt mit dem Antiimperialismus der islamischen Djihadisten geriet. Und doch waren sich der marxistische-leninistische und der djihadistische Antiimperialismus in einem von Beginn an einig: ihr Hass auf Israel, der in beiden Fällen de facto auf die Zerstörung des jüdischen Staates zielte. Spätestens im Jom Kipur-Krieg bekam Israel einen Eindruck davon, wie es mit dem emanzipatorischen Potential der weltweiten „Befreiungsbewegungen“ bestellt war, die den angreifenden arabischen Staaten alles Gute in ihrem Angriffskrieg auf den Staat der Shoahüberlebenden wünschten.

Was bedeutet vor diesem Hintergrund und ausgehend von einer Kritik an der kapitalakkumulierenden und staatlich verfassten Gesellschaft „Solidarität mit Israel“? Gibt es heute noch nennenswerte Unterschiede zwischen dem Antiimperialismus des iranischen Holocaustleugner-Regimes, das Israel vernichten will, und jenem des mit den Ajatollahs und Revolutionswächtern verbündeten lateinamerikanischen Linkscaudillos? Und was kann gegen die Vernichtungsdrohungen des iranischen Regimes und gegen die deutsch-europäische Unterstützung des iranischen Nuklearwaffen- und Raketenprogramms unternommen werden?

 

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und ist Mitbegründer des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und Mitherausgeber „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

 

Am letzten Novemberwochenende (30.11.-2.12.2012) findet zum dritten Mal des IsraelSoliCamp (ISC) statt. Das ISC bietet einen Raum, in dem sich israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen treffen, kennen lernen und sich inhaltlich über Israel, den Nahost-Konflikt und die Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus austauschen können. Ziel des Camps ist es neben der gegenseitigen Weiterbildung, neue Wege israelsolidarischer Arbeit zu entwickeln und Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.

Der BarCamp-Charakter der Veranstaltung (vgl. http://de.wikipedia.org/wi​ki/BarCamp) fordert allen Teilnehmer_innen dazu auf, sich aktiv an der strukturellen und inhaltlichen Gestaltung des ISC zu beteiligen. Workshops, Sessions und sonstige Inhalte werden nicht von den Veranstalter_innen vorgegeben, sondern gemeinschaftlich entwickelt. Hierzu dienen zum einen die Onlineplattform (http://israelsolicamp.mixx​t.org/), wo bereits im Vorfeld Themen diskutiert werden können, und zum anderen Plena vor Ort, in denen sich über die Tagesprogramme verständigt wird. Das ermöglicht allen Teilnehmer_innen, Themen einzubringen und zu vertiefen oder Fragen zu diskutieren – und dies (auch) spontan.

Die Teilnahme an den jeweiligen Angeboten, die auch parallel stattfinden können, ist optional. Das ISC bietet zudem Gelegenheit, informelle Gespräche zu führen, ob während einzelner Sessions, bei Kaffee und Kuchen, bei einem Wein vor dem Kamin oder abends in der Sauna.

Einige Diskussionsergebnisse vom Vorjahr können im Sammelblog des IsraelSoliCamp 2010 und 2011 gefunden werden.

Teilnahmebeitrag: 45,- € (35,- € ermäßigt; 55,- € freiwilliger Soli-Beitrag) inkl. Unterkunft und Vollverpflegung

Verbindliche Anmeldung:
http://www.abc-huell.de/israelsolicamp-30-11-2-12-2012/

Das fertige Programm wird BarCamp-typisch erst während der Veranstaltung erstellt. Schon jetzt aber haben einzelne Vorschläge für Inputs eingereicht, die dieses Jahr gegeben werden:

 

*Gili Brenner (Stand With Us, UK)*
## The New Antisemitism
Perspectives on Nathan Sharansky’s 3 D’s approach: Delegitimisation, Demonisation and Double Standards and how they are manifested in the UK. This can include some (shocking) clips from UK campuses.This talk includes Gili Brenner’s own experiences as an Israeli (left winged, Tel-Aviv background) who served at the IDF spokesperson unit during the second Intifadah. She spent the past eight years in Europe witnessing how the anti-Israel campaign was gaining momentum and becoming monstrous.

*Sam Westrop (British Israel Coalition)*
## The Red-Green-Brown Network
Lecture on the unholy alliance of Islamist, far-Left and far-Right groups who collaborate on anti-Israel initiatives.

*Ina Dinslage (Hamburg für Israel)*
## Der Kampf um den Judenstaat – die revisionistische Bewegung in Deutschland!
Seit Beginn der zionistischen Bewegung wurde heftig darüber gestritten, was Zionismus sei und welche Ziele er verfolge. Am Beispiel der revisionistischen Bewegung in Deutschland soll ein Einblick in die Geschichte des Zionismus und seine unterschiedlichen ideologischen Strömungen gegeben werden.

*Sergei Tcherniak (The Jewish Agency for Israel)*
 ## Palästinensische Staatsgründung
Nach dem zweiten Weltkrieg bis heute entstanden viele neue unabhängige Staaten in der Welt. Dieser Vorgang ist heute noch nicht zu seinem Ende gekommen. Die jüngsten Beispiele für erfolgreiche Staatsgründungen sind Südsudan und Kosovo. Warum ist bis heute kein Palästinensischer Staat gegründet worden? Wie wird dieses Thema derzeit in Israel diskutiert?
*Jonathan Weckerle (Mideast Freedom Forum Berlin)*
## Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der “Partei Gottes” (Vortrag und Präsentation)
Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des
libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs gegründet. Sie ist der bislang einzig erfolgreiche “Export” der islamischen Republik Iran, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den Westen sie weltweit agiert. Die Hisbollah hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt, ob im Bereich des (Selbstmord-)Terrorismus oder der Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch haben die Umbrüche in der arabischen Welt auch die Hisbollah erschüttert, und die “Widerstandskämpfer” sind zunehmend selbst zu Gewaltherrschern im Bündnis mit der iranischen und syrischen Diktatur geworden.

*Henning Wötzel-Herber (ABC Bildungs- und Tagungszentrum)*
## Praktische Anwendung von Social Media zur politischen Vernetzung
Das Internet hat politische Vernetzung und Kollaboration so einfach wie nie zu vor gemacht. Doch viele Gruppen und Netzwerke nutzen diese Möglichkeiten lange nicht aus. Anhand verschiedener Tools (Etherpad, Blogs, Twitter, Delicious…) soll gezeigt werden, welche Potentiale sich jenseits von E-Mail und Facebook eröffnen.

*Martin (Hamburg für Israel)*
## Entwicklung und Verlauf der Verhandlungen um das iranische Nuklearprogramm
Wenn man eine Atombombe bauen möchte, dann benötigt man neben viel Geld, Technik und Wissen, vor allen Dingen die Fähigkeit seine Absicht geheim zu halten. Doch auch wenn Letzteres misslingt, gibt es keinen Grund gleich in die „Luft“ zu gehen. Fürs Erste hilft es zu leugnen und jedem, der einen hierauf hinweist sinistre Absichten zu unterstellen. Gleichzeitig sollte man nach Verbündeten suchen und bei den wenig kritischen Akteuren gute Miene zum bösen Spiel machen; Verlassen sollte man sich dabei auf die Uneinigkeit der Staatenwelt und die zurückhaltend-objektive Berichterstattung Internationaler Organisationen. So oder so ähnlich könnte man die iranische Strategie in den Verhandlungen um sein Atomprogramm bezeichnen. Für Alle, die es dann doch etwas genauer wissen möchten, wird Martin ein Referat halten, in dem der Verlauf der Verhandlungen um das iranische Nuklearprogramm resümiert werden soll.

Anmeldung unter: abc-huell.de/abc/israelsolicamp-2011-25-27-11-2011/

Auf facebook.com: facebook.com/event.php?eid=256881894330213

IsraelSoliCamp 2011

Posted: August 11, 2011 in Veranstaltung
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Am letzten Novemberwochenende (25.-27.11.2011) findet zum zweiten Mal des IsraelSoliCamp (ISC) statt. Das ISC bietet einen Raum, in dem sich israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen treffen, kennen lernen und sich inhaltlich über Israel, den Nahost-Konflikt und die Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus austauschen können. Ziel des Camps ist es neben der gegenseitigen Weiterbildung, neue Wege israelsolidarischer Arbeit zu entwickeln und Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.

Der BarCamp-Charakter der Veranstaltung (vgl. http://de.wikipedia.org/wi​ ki/BarCamp) fordert allen Teilnehmer_innen dazu auf, sich aktiv an der strukturellen und inhaltlichen Gestaltung des ISC zu beteiligen. Workshops, Sessions und sonstige Inhalte werden nicht von den Veranstalter_innen vorgegeben, sondern gemeinschaftlich entwickelt. Hierzu dienen zum einen die Onlineplattform (http://israelsolicamp.mixxt.org/), wo bereits im Vorfeld Themen diskutiert werden können, und zum anderen Plena vor Ort, in denen sich über die Tagesprogramme verständigt wird. Das ermöglicht allen Teilnehmer_innen, Themen einzubringen und zu vertiefen oder Fragen zu diskutieren – und dies (auch) spontan.

Die Teilnahme an den jeweiligen Angeboten, die auch parallel stattfinden können, ist optional. Das ISC bietet zudem Gelegenheit, informelle Gespräche zu führen, ob während einzelner Sessions, bei Kaffee und Kuchen, bei einem Wein vor dem Kamin oder abends in der Sauna.

Einige Diskussionsergebnisse vom Vorjahr können im Sammelblog des IsraelSoliCamp 2010 gefunden werden.

Teilnahmebeitrag: 45,- € (35,- € ermäßigt; 55,- € freiwilliger Soli-Beitrag) inkl. Unterkunft und Vollverpflegung

VERBINDLICHE ANMELDUNG BITTE HIER:
http://www.abc-huell.de/ab​c/israelsolicamp-2011-25-2​7-11-2011/